Cheaten

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Beim Cheaten kann es zum Verlust des Spielstandes oder anderen schwerwiegenden Fehlern kommen.

Cheaten (deutsch: Schummeln, mogeln) beschreibt eine Modifikation von Spieldaten zum eigenen Vorteil.

Es ist eine sehr kontroverse, aber häufig genutzte Methode, Pokémon-Spiele zu spielen. Meistens wird es betrieben, um seltene und wertvolle Items zu duplizieren, zum Erhalten von bestimmten legendären Pokémon, die normalerweise im Spiel nicht erhältlich sind oder zum Erhalten von Glitch-Pokémon.

Allgemein

Rechtliche Lage

Laut den Nutzungsbedingungen §5 Nr. 3 von Pokémon werden die Nutzerrechte und Beschränkungen darf keine unautorisierte Software Dritter verwendet werden, die am Service etwas ändern oder dessen Betrieb automatisieren.[1] Die Angaben beziehen sich auf das Urheberrecht. Dies bedeutet, dass sämtliche Dinge der Modifikation, die durch das Urheberrecht geschützt sind, laut der EULA (Endbenutzer-Lizenzvertrag) untersagt werden. Dies erweckt den Eindruck, dass Cheaten illegal ist. Dem gegenüber steht der § 69d Abs. 3 UrhG, dass Computerprogramme für das Text- und Data-Mining nach § 44b auch gemäß § 69c Nummer 2 genutzt werden dürfen.[2] Diesem Umstand ist es geschuldet, dass Details zu der Attacke Lux Calamitatis bekannt sind, deren Existenz offiziell lediglich in Pokémon X und Y im Grand Hôtel Pique Faîne als Stil beim Zimmerservice erwähnt wurde, auch dass es fundierte Daten zu Wahrscheinlichkeiten, Fundorten der Pokémon oder vielen anderen spielinternen Daten gibt, die sonst nicht in dem Detail hätten ermittelt werden können. Das sind beispielsweise veränderte Beschreibungen von Items, die seit Langem nicht wieder erhältlich waren. Die Rechte des Nutzers stehen folglich nicht vollständig im Einklang mit denen des Urheberrechteinhabers. Auf richtungsweisende, allgemein gültige Urteile zum Cheaten wartet die Spieleindustrie seit Jahren vergebens. Bisherige Urteile waren immer Einzelfallentscheidungen, die sich in der Regel auf kommerzielle Rechteverletzungen bezog. Mangels internationaler gleichlautender Rechtsprechung versuchen die Spielehersteller sowie Konsolenproduzenten durch Software-Updates Lücken der Manipulation zu schließen und Nutzer mit erkannten Manipulationen aus dem Nutzerkreis auszuschließen. In Deutschland ist das Cheaten folglich in einer schmalen Grauzone. In Ländern, in denen es möglich ist, geht Nintendo bereits seit 2007 aggressiv gegen Hacker und Modder gleichermaßen vor. Regelmäßig klagt das Unternehmen nicht gegen Firmen, sondern vor allem gegen Einzelpersonen, um Piraterie und illegale Hacks mit seinen Produkten zu verhindern. Insbesondere hat Nintendo gemoddete Nintendo Switch-Konsolen, die Raubkopien wiedergeben können oder selbst entwickelte Versionen bekannter Nintendo-Spiele ins Auge gefasst und versucht diese vom Markt zu entfernen. Sehr bekannt waren zu DS-Zeiten R4-Karten, auf denen eine Vielzahl raubkopierter Spiele gespeichert werden konnten. In vielen Ländern wurde ein Verbot dieser Karten erreicht und viele ihrer Vertreiber verklagt. Im Mai 2020 klagte das Unternehmen gegen Uberchips, einen Onlinehändler, der gemoddete Nintendo Switch-Konsolen verkaufte. Ende 2020 hat Nintendo die Klage gewonnen – und erhielt 2 Millionen Dollar Schadensersatz. Im Kampf gegen das Hacken und Modden wird Nintendo auch vom FBI und Homeland Security unterstützt zur Zerschlagung der Hacker-Gruppe Team XecuterWikipedia-Icon(en), die früher schon unter anderen Namen wie Gateway 3DS, Stargate oder Classic2Magic agierten und hauptsächlich Produkte von Nintendo hacken.

Vorteile

  • Pokémon oder Items, die nur in einem anderen Land verteilt wurden, können so ebenfalls erhalten werden
  • Schwierige Ingame-Herausforderungen können durch modifizierte Pokémon einfacher bewältigt werden
  • Unzugängliche Orte wie z. B. die Halle des Beginns kann betreten werden.

Nachteile

  • Wer von offizieller Seite ertappt wird, dass er Cheat-Pokémon nutzt oder verbreitet, dem droht ein permanenter Ausschluss von Online-Turnieren oder anderen Online-Funktionen.
  • Mögliches Beschädigen der Spieldaten, die zur Korruption oder Verlust führen können.
  • Man nimmt Spielern, die ehrlich spielen wollen, den Spaß.

Gegenmaßnahmen

In Pokémon HOME werden Pokémon, die von Pokémon Bank übertragen wurden und als Cheat erkannt werden, zu Eiern umgewandelt. Eier können wie auch in den Hauptspielen nicht gelöscht werden. Auch ist eine Übertragung zurück in ein Spiel nicht möglich.

Entwicklung der Cheats

Cheatmodul

Vor Einführung der Nintendo Switch wurden Spielstände auf der Cartridge gespeichert, was eine Manipulation mittels externem Cheatmodul ermöglichte. Viele Cheater benutzten Geräte wie das Action ReplayWikipedia-Icon, um ihre Spielstände zu verändern und verschiedene Dinge einfacher zu bekommen.

Cheatmodule (auch Schummelmodule) wurden häufig auch genutzt, um Pokémon oder Items zu bekommen, die man normalerweise nur durch ein Nintendo-Event bekommen könnte, wenn überhaupt.

Mit Schummelmodulen kann man außerdem einen Spielstand so verändern, dass viele außergewöhnliche Pokémon (Schillernde Pokémon, Legendäre, Pokémon mit besonders guten Statuswerten, Glitch-Pokémon etc.) sehr einfach gefangen werden können. Durch entsprechende Einstellungen kann man beispielsweise auf Route 201 wilde Lugia auf Level 2 antreffen. Das kann andere Spieler verwirren, besonders wenn sie erschummelte Pokémon durch Tausch erhalten. Es gibt auch Cheats, womit Pokémon bestimmte Attacken lernen können, obwohl dies normalerweise gar nicht möglich ist.

Durch Cheatmodule konnten Spiele bis einschließlich der DS-Reihe aktiv während des Spielens beeinflusst werden. Durch Sicherheitsmaßnahmen war dies bei 3DS-Spielen nicht mehr möglich. Da sich der Spielstand allerdings auf der Cartridge befand, war es möglich diesen mittels Modulen an einem PC zu verändern.

Modifikationsmöglichkeiten

  • „Ghost Cheat“ oder auch der „Durch-Wände-geh-Cheat“, der es einem erlaubt z. B. durch Personen, die den Weg versperren, zu gehen o. Ä. Wenn man durch diesen Cheat versucht ohne zu speichern in den Pokémon Konnex-Club oder in die Kampfzone zu gelangen, kommt man evtl. in einen schwarzen Raum, den man nicht mehr verlassen kann. Da ein solcher Absturz dem Spiel sehr viel Schaden zufügt, ist er nicht empfehlenswert.
  • Der „Max Money Cheat“, der das Vermögen auf 999.999 Pokédollar erhöht.
  • Der „Pokémon Modifier“, der es erlaubt, ein gewünschtes Pokémon im hohen Gras etc. erscheinen zu lassen.
  • Alle wilden Pokémon sind schillernd.
  • Ein Cheat, der es dem Benutzer erlaubt, die Pokémon anderer Trainer zu fangen.
  • Zu der Gruppe der „Kampf-Cheats“ zählen verschiedene Cheats, unter anderem einer, der bewirkt, dass ein Pokémon 200-mal, 400-mal, 1000-mal... so viel Erfahrungspunkte erhält wie normalerweise, weiterhin der Cheat, der bewirkt, dass das gegnerische Pokémon in jedem Fall von der Attacke des eigenen Pokémon besiegt wird, diverse Cheats, die die Kraftpunkte eines Pokémon auffrischen und ein Cheat, der ein Pokémon einen absurden KP-Wert erreichen lässt: 999 von (z.B.) 364 KP.
  • Neben dem direkten Cheaten von Event-Pokémon ist es auch möglich, sich das Item, welches man zum Auslösen der Begegnung mit dem Event-Pokémon benötigt, zu cheaten.
  • Ein viel verwendeter Cheat ist der Item-Cheat. Er bewirkt, dass man von jedem Pokéball, jeder Beere, jedem Trageitem sowie jeder Medizin je nach Wahl 900 Exemplare erhält.
  • Jedes Pokémon kann jede TM- und VM-Attacke erlernen.
  • Ein Cheat für alle Events, womit verpasste Events trotzdem genutzt werden können.

Cheatprogramme

Mit dem technischen Fortschritt stiegen auch die Möglichkeiten der Manipulation. Es wurden diverse Programme entwickelt, mit denen ein Spielstand verändert werden kann. Durch steigende Sicherheitsmaßnahmen sind heutzutage viele Modifikationen nur mittels einem Custom ROM, die die Extraktion des Spielstandes ermöglicht, möglich.

Modifikationsmöglichkeiten

  • Veränderung vorhandener Pokémon
  • Eigene Zusammenstellung eines Pokémon
  • Kreierung eines eigenen Pokémon (seit der Einführung von 3D-Modellen und der Aufwändigkeit einer Veränderung ist ein deutlicher Rückgang ersichtlich)
  • Veränderung der Spielwelt
  • Veränderung des Inventars
  • Veränderungen an der Spielfigur
  • Veränderung von Texten

Einzelnachweise

Gen. I
Gen. II
Gen. III
Gen. IV
Gen. V
Gen. VI
Gen. VII
Gen. VIII
Gen. IX
In anderen Sprachen: