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Sammelfigurenspiel

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Logo des Sammelfigurenspiels

Das Pokémon Sammelfigurenspiel (Pokémon SFS) existiert in Europa seit Mitte 2006. Es wird in Deutschland von der AMIGO Spiel + Freizeit GmbH vertrieben und erinnert vage an das Sammelkartenspiel, nur dass anstelle der Karten handbemalte Pokémon-Figuren gegeneinander kämpfen. Es ist ein Zwei-Spieler-Spiel.

Das Spiel ist hierzulande kaum bekannt. Darum ist nur eine Serie, Next Quest genannt, überhaupt erschienen. Man weiß allerdings von weiteren Serien, deren Veröffentlichung geplant war. Namentlich sind das die Groundbreakers-, die Black Star Promo- und eine unbenannte dritte Serie.

An Figuren des Sammelfigurenspiels heranzukommen ist aufgrund des geringen Absatzes in Deutschland nicht einfach. Die Figuren sind in Starterpacks und in Boostern mit je zwei zufälligen Figuren darin erhältlich.

Der geringe Absatz war auch einer der Gründe dafür, dass die Produktion von Figuren für das Sammelfigurenspiel im Jahre 2009 eingestellt wurde (siehe unten unter Erweiterungen).

Starterdecks und Booster

Die verschiedenen Boosterpacks

Für die erste Serie Next Quest des Pokémon Sammelfigurenspiels gibt es zwei Starterdecks, Springflut und Flammenwerfer. Für Groundbreakers sollten ebenfalls zwei Startersets erscheinen, Skydive und Whirlwind. Über andere Startersets ist nichts bekannt.

Fast alle Figuren, die nicht in Startersets enthalten sind, sind nur in Boostern erhältlich, in denen zwei zufällig ausgewählte stecken, die man vor dem Kauf nicht sehen kann. Ausnahmen bilden einige Figuren der Black Star Promo-Serie, die in den USA in speziellen 3-Figuren-Boostern erhältlich waren. Die Booster enthalten keine Figurenbasen und/oder Ringe.




Die Figuren

Aufbau einer Figur

Eine Figur des Pokémon Sammelfigurenspiels besteht aus einer Figurenbasis, einem Ring und der Figur selbst auf einem Sockel. Man kann diese drei Komponenten beliebig zusammenbauen. Der Ring ist entweder schwarz oder weiß und seine Farbe bestimmt das Team, welchem das Pokémon angehört. Er verfügt außerdem über einen kleinen roten Pfeil, mit dem die Aktion des Pokémon während eines Kampfes festgelegt wird. Die Basis ist durchsichtig und sieht immer gleich aus. Die Figuren unterscheiden sich in zweierlei Hinsicht voneinander: Einerseits natürlich durch ihr Aussehen und andererseits durch ihren Sockel. Dort stehen oben die verschiedenen Aktionen des Pokémon und unten einige Daten wie der Name des Pokémon, seine Größe, sein Gewicht, seine Seltenheit, sein Modellierer und evtl. seine Vorentwicklung, sofern es über eine verfügt.

Die Figuren sind außergewöhnlich - und anders als übliche Pokémonfiguren (z.B. aus Pokébällen) - schön modelliert und zeigen viele der Pokémon während eines Angriffs.

Neben diesen Pokémonfiguren gibt es auch zwölf Trainerfiguren, vier pro Hauptserie. Die Trainer kommen nur in der Langfassung des Spiels zum Einsatz und haben keine Attacken auf ihrem Sockel stehen. Bei ihnen ist lediglich "Erfolg" auf einer sehr großen weißen Fläche zu lesen, sowie "Fehlschlag" auf einer kleinen roten Fläche. Dies ist nur wichtig, wenn man eine Trainerkarte einsetzen möchte (siehe unten unter "Langfassung").

Figuren-Modellierer

Es gibt eine Reihe von Modellierern, die die Figuren entwarfen. Bei einigen Figuren ist unklar von wem sie stammen.

Alle bekannten Modellierer:

Das Spielfeld

Für das Pokémon Sammelfigurenspiel gibt es zwei verschiedene Spielfelder, das Feld für ein Kurzspiel und das Feld für eine längere Partie. Beide befinden sich auf demselben Papier (Größe A2), das den Startersets beiliegt. Die längere Partie empfiehlt sich erst ab einer Teamgröße von fünf bis sechs Pokémon pro Team.

Der Spielablauf

Allgemein unterscheidet sich die Kurzfassung von der längeren in einigen Punkten. Hier wird zunächst auf die Kurzfassung und dann auf die Langfassung eingegangen.

Das Ziel des Spiels ist in beiden Versionen identisch: Das Erreichen des Zielfeldes des Gegners, das zentral in der Reihe vor dessen Bank liegt, führt zum Sieg. Alternativ ist das Spiel ebenfalls gewonnen, wenn der Gegner nicht mehr angreifen, seinen Trainer nutzen oder ein Pokémon bewegen kann.


Die Kurzform

Spielplan für die Kurzform

Zu Beginn des Spiels befinden sich die vorhandenen Pokémon auf der Bank. In der Kurzfassung besitzt die Bank drei Plätze. Dabei ist zu beachten, dass die Bank nur durch eines der beiden Ausgangsfelder verlassen werden kann. Sind diese durch andere Pokémon besetzt, ist ein Herauskommen aus der Bank vorerst nicht möglich. Pokémon, die sich noch auf der Bank befinden, dürfen nicht kämpfen.

Nachdem ausgemacht wurde, wer anfangen darf, zieht der beginnende Spieler mit einem seiner Pokémon von der Bank auf das Spielfeld, womit sich das Pokémon "im Spiel" befindet. Eine festgelegte Anzahl an Bewegungspunkten (BP), von denen jedes Pokémon ein bis drei besitzt, gibt vor, wie viele der schwarzen Punkte auf dem Spielplan die Figur zurücklegen darf - eine Bewegung zu einem der schwarzen Punkte kostet einen Bewegungspunkt. Allgemein kann man sagen, dass stärkere Pokémon über weniger Bewegungspunkte verfügen als schwächere. Damit der beginnende Spieler aber keinen allzu großen Vorteil hat, muss er in seinem ersten Zug die Anzahl der Bewegungspunkte seiner Pokémon um eins reduzieren.

Man darf pro Zug immer nur ein Pokémon bewegen und auch nur nach vorne, nicht nach hinten. Hat man sein Pokémon gesetzt, ist der Gegner an der Reihe. So läuft das Spiel immer im Wechsel ab, bis sich zwei Pokémon gegenüberstehen. Dann kommt es zum Kampf.


Der Kampf läuft folgendermaßen ab: Beide Spieler drehen ihre Pokémon um deren Achse. Der kleine Pfeil am Rand des Sockels zeigt nun auf eine von mehreren Aktionen, die mit verschiedenen Farben gekennzeichnet sind.

Übersichtstabelle
  • Ausweichen (Blau): Bei dieser Aktion richtet man keinen Schaden an und setzt auch keine Spezialattacke ein. Man weicht allerdings aus und ist so geschützt. Ausweichen gewinnt gegen alle anderen Aktionen. Bei manchen Pokémonfiguren ist es zudem möglich, dass blaue Felder einen Effekt haben, der ausgeführt wird (ähnlich wie bei den violetten Feldern).
  • Spezialattacke (Violett): Mit dieser Aktion führt man eine spezielle Technik aus, die auf dem Sockel näher beschrieben ist. Neben ihr ist eine bestimmte Anzahl an Sternen zu sehen. Diese entscheidet, wer angreifen darf, wenn beide Spieler "Spezialattacke" erdrehen (siehe unten). Sie gewinnt gegen alle normalen Angriffe und wirkt auch, wenn der Gegner "Verfehlt" gedreht hat. Nur bei "Ausweichen" ist die Technik wirkungslos.
  • Angriff (Weiß): Das Pokémon greift mit einer normalen Attacke an. Deren Stärke ist unter der Attacke auf dem Sockel angegeben. Es ist möglich, dass ein Angriff über einen Effekt verfügt, der dann direkt darunter angegeben ist. Diese Aktion gewinnt gegen "Verfehlt", verliert aber gegen "Spezialattacke" und "Ausweichen".
  • Verfehlt (Rot): Diese Aktion ist die schlechteste. Man richtet weder Schaden an, noch setzt man eine Spezialattacke ein. Man ist vollkommen schutzlos.


Diese Aktionen werden verglichen und auf dieser Grundlage wird entschieden, welches Pokémon den Kampf gewinnt.

  • Wird ein Pokémon von einem Angriff getroffen, ist es besiegt und kommt in das Feld "Pokémon-Center" neben der Bank.
  • Wird ein Pokémon von einer Spezialattacke getroffen, wird deren Effekt ausgeführt.
  • Weicht ein Pokémon aus, passiert nichts.
  • Verfehlt ein Pokémon passiert nichts, sofern der Gegner weder einen Spezialangriff noch eine Attacke erdreht hat.

Natürlich kann es auch passieren, dass beide Spieler die gleiche Aktion erdrehen. Dann wird folgendermaßen entschieden:

  • Bei "Ausweichen" passiert nichts.
  • Bei "Spezialattacke" wird diejenige ausgeführt, die über mehr Sterne verfügt. Erdrehen beide Spieler Spezialattacken, die die gleiche Anzahl an Sternen besitzen, passiert nichts.
  • Bei "Angriff" gewinnt der Stärkere. Erdrehen beide Spieler Angriffe, die die gleiche Stärke besitzen, geht der Kampf unentschieden aus, und es passiert nichts.
  • Bei "Verfehlt" passiert nichts.

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass der Pfeil genau auf die Trennlinie zweier Felder zeigt. Dann entscheidet der Spieler, dem das Pokémon gehört, welche Aktion ausgeführt wird.

Der Gewinner verbleibt auf seinem Feld. Wird mehr als ein Pokémon desselben Spielers besiegt, kommt das zuerst besiegte Pokémon vom Pokémon-Center wieder auf die Bank, von der aus es erneut eingesetzt werden kann. Man steht also nie ohne Pokémon da.


Die Langform

Spielplan für die Langform

Im Wesentlichen unterscheidet sich die Langform nicht von der Kurzform, der Spielablauf bleibt gleich. Dennoch gibt es ein paar Unterschiede:

  • Die Bank verfügt über sechs Plätze.
  • Entsprechend besitzt das Pokémon-Center jetzt zwei "Warteplätze", d.h. man bekommt erst nach dem dritten besiegten Pokémon das erste wieder auf die Bank zurück.
  • Es gibt einen weiteren Platz für einen Trainer, denn...
  • ... es sind auch Trainerkarten einsetzbar.
  • Das Spielfeld ist insgesamt größer geworden.


Besonderes

Zum Spiel

Pokémon-Power

Manche Pokémon verfügen über eine Pokémon-Power. Diese Fähigkeit ist das gesamte Spiel über aktiv und auf dem Sockel vermerkt.

Spezielle Zustände

Es gibt zwei spezielle Zustände im Spiel, Vergiftung und Lähmung. Bei einer Vergiftung fügen die Angriffe des betroffenen Pokémon 20 Schadenspunkte weniger als üblich zu. Ist das Pokémon gelähmt, muss der Spieler vor einem Angriff ein normales Feld (nicht "Verfehlt") auswählen, welches für diesen Angriff ebenfalls als "Verfehlt" zählt. Markierungen für spezielle Zustände werden an betroffene Pokémon angelegt und liegen den Pokémon bei, die solche verursachen können.

Warten

Muss ein Pokémon – etwa durch einen Effekt – warten, so kann es sich im nächsten Zug nicht bewegen oder sonst irgendeine Aktion durchführen. Wird es angegriffen, darf es aber kontern und gedreht werden.

Besiegen durch Umstellen

Man kann ein Pokémon nicht nur durch einen Kampf besiegen: Auch wenn es von allen Seiten von gegnerischen Figuren umstellt ist und sich auf kein Feld mehr bewegen könnte, kommt es sofort ins Pokémon-Center.


Sonstiges

Vergleich zwischen 1.Auflage (links) und normaler Figur (rechts)

1.Auflage

Wie beim Sammelkartenspiel auch sind die Figuren der ersten Auflage beim Sammelfigurenspiel besonders gekennzeichnet: Auf ihrem Sockel ist die Aufschrift "First Edition" neben einer großen "1" zu sehen.

Erweiterungssymbole

Auch beim Sammelfigurenspiel gibt es Erweiterungssymbole, und zwar von allen geplanten und erschienenen Serien: Next Quest (SFS Next Quest Symbol.jpg), Groundbreakers (SFS Groundbreakers Symbol.png), Unbenannte Dritte Serie (SFS Unbenannte Dritte Serie Symbol.png) sowie Black Star Promo (SFS Black Star Promo Symbol.png).

Trainerkarten

Beispiel für eine Trainerkarte
Rückseite einer Trainerkarte

Insgesamt gibt es 16 erschienene Trainerkarten im Spiel von denen manche exakt so heißen wie die des Sammelkartenspiels. Diese haben in der Regel auch die gleichen Effekte, nur teilweise wurde der Effekt an das Sammelfigurenspiel angepasst. Es gibt aber auch völlige Neuentwicklungen.

Im Normalfall darf jeder Spieler höchstens drei Trainerkarten pro Spiel verwenden, auch zwei- oder sogar dreimal die gleiche Karte. Für fortgeschrittene Spieler, die an Turnieren teilnehmen, sind im Unterschied dazu allerdings Kosten für den Einsatz einer Trainerkarte vorgesehen. Dazu erhält jeder Turnierteilnehmer eine bestimmte Anzahl an Punkten, mit denen er Trainerkarten kaufen kann. Als Preisangabe gibt es oben rechts auf der Karte einen roten Kreis, der entweder zur Hälfte oder ganz gefüllt ist. Karten mit einer Halbkreismarkierung kosten 50 Punkte, Karten mit einem vollen Kreis 100.

Möchte man eine Trainerkarte einsetzen, muss man die Trainerfigur drehen. Bei Drehen von "Erfolg" funktioniert die Trainerkarte, bei "Fehlschlag" nicht. Bei Erdrehen von "Fehlschlag" ist die Trainerkarte aber in der nächsten Runde erneut einsetzbar. Der Versuch, eine Trainerkarte einzusetzen, kostet meistens eine Runde, dabei ist es unwichtig, ob der Versuch glückt oder nicht. Es gibt Ausnahmen, diese sind dann auf der Trainerkarte vermerkt.

Strategien

Obgleich natürlich jeder Spieler seine eigenen Strategien entwickelt und verfolgt, hier einige grundlegende Vorschläge:

  • Es kann für den Gegner sehr störend sein, wenn er nicht in der Lage ist, neue Pokémon ins Spiel zu bringen. Daher ist es schlau, die Bankausgänge des Gegners mit seinen eigenen Pokémon zu blockieren.
  • Sich selbst sollte man immer die Möglichkeit lassen, sein Zielfeld zu verteidigen. Am besten stellt man dazu eines seiner starken Pokémon auf das Zielfeld selbst. Manchmal ist Angriff eben nicht die beste Verteidigung.
  • Die Möglichkeit, gegnerische Pokémon durch Umstellen zu besiegen, ist gerade in langen Partien 6 gegen 6 nicht zu unterschätzen.
  • Für einen schnellen und harten Angriff auf den Gegner sollte man am besten mit einem seiner schnellen Pokémon nach vorne in dessen Spielfeldhälfte laufen. Dann setzt man die Trainerkarte "Tausch" ein, um seiner stärksten Figur das Feld zu überlassen.


Spezielle Minisets

Es gibt zwei spezielle Minisets in der ersten Serie, das Kristall- und das Perlen-Miniset. Diese bestehen aus eigentlich normalen Figuren, die aber nicht farbig, sondern durchsichtig und farblos sind. Man kann sie in den normalen Boostern finden, im Kampf bieten diese Figuren keine speziellen Vorteile.


Erweiterungen

Wie erwähnt ist nur eine Erweiterung der Spiels, "Next Quest", erschienen. Es gab allerdings Pläne für weitere Erweiterungen. So sollte ein Set namens "Groundbreakers" erscheinen, wozu es jedoch nie kam. Auch ein Set ohne Namen schaffte es 2009 nicht in die Verkaufsregale.

Nach nur mäßigem Erfolg der ersten Erweiterung und der Nichtveröffentlichung neuer Packs wurde das Sammelfigurenspiel am 02.06.2009 offiziell eingestellt. Als Grund nannten die Verantwortlichen unter anderem die hohen Kosten der Figuren in der Produktion.

Trivia

  • Viele der Figuren besitzen nicht die Typen, die sie in den Spielen für Konsole besitzen.

Links

(Anm.: Nach einem Update der kompletten AMIGO-Homepage im Jahre 2010 existiert eine spezielle Seite für das Sammelfigurenspiel nicht mehr. Lediglich das Sammelkartenspiel ist dort noch unter diesem Link vertreten.)

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