Wizards of the Coast

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Wizards of the Coast
Wizards of the Coast Logo.png
Website https://company.wizards.com
Originalname Wizards of the Coast
Gründungsjahr 1990
Mitarbeiter 1.000+
Sitz Renton, Washington, Vereinigte Staaten
Leitung Cynthia Williams (Präsident/CEO)
Meistverkauftes
Spiel
Magic: The Gathering ArenaWikipedia-Icon (über 1 Mio. Downloads)

Wizards of the Coast (kurz Wizards) ist ein US-amerikanischer Hersteller von Sammelkarten, Rollenspielen und Videospielen mit Sitz in Renton, Washington.

Neben ihrem bekanntesten Produkt, dem ersten modernen Sammelkartenspiel Magic: The GatheringWikipedia-Icon, vertrieb bzw. vertreibt die Firma auch noch weitere Sammelkartenspiel-Lizenzen (so u. a. früher auch Pokémon) sowie das bekannte Rollenspiel Dungeons & DragonsWikipedia-Icon.

Geschichte

Wizards of the Coast wurde 1990 von Peter D. Adkison gegründet und vertrieb zunächst Rollenspiele. Ab 1991 arbeitete Wizards of the Coast mit dem Spieleentwickler Richard GarfieldWikipedia-Icon zusammen, welcher zunächst ein Brettspiel entwickeln wollte, dann jedoch von Wizards den Auftrag erhielt ein günstiger zu produzierendes, portables Kartenspiel zu entwickeln. Ergebnis dieser Entwicklung war das SammelkartenspielWikipedia-Icon Magic: The Gathering, welches als erstes modernes Sammelkartenspiel gilt und sich bei seiner Veröffentlichung 1993 schnell als großer Erfolg herausstellte.

Der Erfolg von Magic: The Gathering erlaubte Wizards of the Coast ein schnelles Wachstum und in den folgenden Jahren wurden mehrere Rollenspiel-Lizenzen erworben, wobei die Übernahme des Herstellers von Dungeons & Dragons (TSR) 1997 den Höhepunkt dieses Wachstums durch Erwerbungen darstellte. Wenig später sollte jedoch mit dem Vertrieb des Pokémon-Sammelkartenspiels bereits der nächste große Erfolg folgen, im Zuge dessen Wizards of the Coast auch eine Kette von Spiele-Läden in den USA erwarb, welche jedoch 2004 wieder geschlossen wurden.

1999 wurde Wizards of the Coast schließlich von Hasbro zu einem Preis von 325 Millionen US-Dollar übernommen. Nach der Beendigung der Zusammenarbeit mit Pokémon wurde von Wizards weiterhin Magic: The Gathering, Dungeons & Dragons sowie das Sammelkartenspiel Duel Masters (in Zusammenarbeit mit Takara Tomy) vertrieben. In den letzten Jahren wurde sich außerdem verstärkt auf den Videospielmarkt konzentriert, wobei die von Wizards erworbenen Studios Videospiele sowohl zu den Wizards-Marken als auch zu Marken der Muttergesellschaft Hasbro entwickeln.

Wizards und Pokémon

Testdruck einer englischen Pokémonkarte im Stil von „Magic: The GatheringWikipedia-Icon“-Karten

Die Anfänge

Im August 1998 erwarb Wizards of the Coast die Vertriebs- und Herstellungsrechte für die englische Version des Pokémon-Sammelkartenspiels.[1] In den folgenden Jahren war Wizards of the Coast für Produktion und Vertrieb des Sammelkartenspiels außerhalb von Japan verantwortlich, was auch darin begründet war, dass Wizards das US-Patent für Sammelkartenspiele besaß.[2] Hierbei nutzte Wizards die Erfahrung mit Magic: The Gathering aus, sodass die ersten englischsprachigen Testdrucke von Pokémon-Karten noch eine Magic-Rückseite verwendeten. Das Pokémon-Sammelkartenspiel stellte sich als enormer Erfolg für Wizards of the Coast heraus, so wurden in den ersten Wochen des offiziellen Vertriebs in den USA die erwarteten Verkaufszahlen um das zehnfache übertroffen.[3]

Sinkende Popularität

Fossil-Display mit Wizards-Siegel & Logo

Bis zum Ende des e-Card-Zyklus war Wizards of the Coast weiterhin für die internationale Version des Sammelkartenspiels zuständig, das jedoch zu dieser Zeit im Vergleich zu den Jahren zuvor an Popularität verlor. Bereits Ende 2000 war dies ein Teilgrund zur Entlassung von 100 Mitarbeitern bei Wizards gewesen[4], 2003 folgten jedoch deutlich drastischere Konsequenzen. Bereits Anfang des Jahres, als sich das Auslaufen der bisherigen Verträge von Wizards und Pokémon andeutete, wurde das Angebot von Wizards, auch das zukünftige Set EX Rubin & Saphir zu produzieren und zu vertreiben abgelehnt.[5] Skyridge erschien noch als letztes Set von Wizards of the Coast regulär, das Erscheinen von zwei weiteren geplanten Erweiterungen mit den Namen „Legendary Collection II“ und „Jamboree“ wurde jedoch von der Pokémon Company USA verweigert. Vorausgegangen waren bereits längere Differenzen zwischen Wizards of the Coast und Nintendo bezüglich der Richtung, die das Sammelkartenpiel in Bezug auf Einheitlichkeit und Fokussierung des Spielaspekts einschlagen sollte.[6]

Das Nachspiel

Einen Tag nach dem Auslaufen aller Vereinbarungen zwischen Wizards und Pokémon am 30.09. reichte Wizards am 1. Oktober 2003 Klage gegen Nintendo sowie einige Mitarbeiter der Pokémon Company ein. In dieser Klage beschuldigte Wizards die Pokémon Company durch das Abwerben von Mitarbeitern, die ihre Verschwiegenheitserklärungen brachen, an vertrauliche Informationen gelangt zu sein, des Weiteren wurde der Pokemon Company außerdem vorgeworfen, von Wizards genutzte Produktionsmethoden und Materialien rechtswidrig selbst zu verwenden. Die Pokémon Company widersprach allen Vorwürfen.[7] Im Dezember desselben Jahres einigten sich schließlich beide Parteien außergerichtlich.

Einzelnachweise

  1. Pressemitteilung von Wizards of the Coast zum Erwerb der Pokémon-Lizenz (archiviert)
  2. Patent US5662332A
  3. Artikel zum Verkaufserfolg des Pokémon-Sammelkartenspiels in den USA (archiviert)
  4. Artikel zur Klage von Wizards gegen Pokémon und deren Vorgeschichte
  5. Eintrag auf der Webseite von Wizards of the Coast zur auslaufenden Zusammenarbeit mit Pokémon (archiviert)
  6. Artikel zur Geschichte des „Jamboree“-Sets
  7. Weiterer Artikel zur Klage von Wizards of the Coast gegen Pokémon
Firmen im Zusammenhang mit dem Pokémon-Franchise
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